Landshuter SPD-Fraktion spricht sich für die geplanten Sanierung und den Neubau des Stadttheaters aus
„Für die SPD-Fraktion kommt ein Haushaltsbeschluss 2020 ohne die Sanierung des Bernlochner-Komplexes nicht in Frage. Wir halten seit Jahren an unserer Meinung fest und machen Druck, denn je länger wir warten umso höher werden die Kosten des Projekts.“ erläuterte Stadträtin Anja König unmittelbar nach Bekanntgabe der Hiobsbotschaft. Leider hatten wir nach den verabschiedeten Haushalten der letzten Jahre bereits die Befürchtung, dass für so manchen das Stadttheater eher „Schmuck am Nachthemd“ ist. Eines jener Projekte also, die von Jahr zu Jahr verschoben werden, weil das Geld nicht ausreicht, bzw. woanders Verwendung findet.
„Es darf nicht sein, dass das Stadttheater in Landshut dem Rotstift zum Opfer fällt. Damit würde eine exzellente Theaterkultur für gesamt Niederbayern zerstört. Der Zweckverband Landestheater Niederbayern, der 1952, in Zeiten großen Mangels, von den Städten Landshut, Passau und Straubing gegründet wurde, um kulturelle Vielfalt zu wahren, würde grob fahrlässig aufs Spiel gesetzt“, erklärte Maria Haucke, Verwaltungsbeirätin für das Stadttheater.

Mehrere Hundert Menschen haben sich der Protestkundgebung am 30. November 2019 in der Landshuter Altstadt angeschlossen. Mit dabei die SPD-Stadträtinnen Anja König und Patricia Steinberger. Hier gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher. Seine Frau Franziska Rabl ist Sängerin am Landestheater und unterstützte das Anliegen mit einer Gesangsdarbietung.
Doch warum müssen die Landshuter erneut um ihr Stadttheater bangen, obwohl das Problem bereits gelöst schien? Immerhin hatte der Freistaat zugesichert, einen erheblichen Teil der Kosten zu übernehmen: „Die Sanierung wie auch der Neubau sind mit 65 Mio. Euro über mehrere Bauabschnitte veranschlagt (Stand 20.01.2020, ohne prognostizierte Baupreissteigerung). Der Freistaat hat uns zugesichert, das Projekt zu 75 Prozent zu fördern. Die restlichen rund 16 Mio. Euro sind durch die Stadt Landshut aufzubringen. Aufgeteilt auf 4 Jahre bedeutet dies etwa 4 Mio. Euro pro Jahr.“, erläutert die OB-Kandidatin Patricia Steinberger. Das ist eine Summe, die für den Landshuter Haushalt finanzierbar sein sollte.
„Wuchtiges Signal für den Kulturstandort Landshut“ oder leeres Wahlversprechen?
Nun jedoch werden Bedenken geäußert, wonach der Freistaat nicht die vollen 75 Prozent fördern würde, sondern dieses und jenes als nicht förderfähig herausrechnen werde. Doch das wollen die Sozialdemokrat*innen so nicht stehen lassen. Denn 2016 – mitten im letzten OB-Wahlkampf – kündigte der damalige Finanz- und Heimatminister und heutige Ministerpräsident Dr. Markus Söder auf einer Pressekonferenz vor Ort die Förderung in Höhe von 75 Prozent an. Ein „wuchtiges Signal für den Kulturstandort“ sollte es sein.
Sparen an der Kultur und Bildung
Kammerschauspielerin Ursula Erb und Theater-Regisseur Oliver Karbus sind empört über den Versuch, auf Kosten des Stadttheaters den Haushalt sanieren zu wollen. „Ein Theater dient der Unterhaltung und spielt eine wichtige Rolle für die Bildung jenseits von Fernsehen und Internet.“ Um sich dem politischen Ringen um die Sanierung und den Neubau des Stadttheaters im Bernlochner-Komplex umfassend widmen zu können, haben sich Ursula Erb und Oliver Karbus für eine Stadtratskandidatur auf der SPD-Liste entschieden. „Denn die Landshuter SPD hat sich schon immer mit Herzblut und Beharrlichkeit für die Interessen des Landshuter Stadttheaters eingesetzt und dafür gekämpft. Das muss unterstützt werden.“, so Oliver Karbus.
Und vergessen wir nicht: Das Landshuter Stadttheater ist Arbeitgeber für ca. 250 Beschäftigte und darf zudem als weicher Standortfaktor für Gewerbeansiedlungen gewertet werden. Doch auch für den städtebaulich wertvollen Bernlochner-Komplex und seine wunderbare Lage in der Stadtmitte an der Isar lohnt sich der Kampf. Schließlich dienten die Räumlichkeiten nicht nur als Theater. Zahlreiche andere Veranstaltungen fanden dort einen geeigneten Rahmen – Konzerte, Kabarett sowie Bälle und Feste.
Die SPD-Fraktion ist sich einig: Die Gebäude sollten nicht leer stehen und verfallen, sondern endlich wieder einer allseits beliebten Nutzung zugeführt werden. Leider wurde der Haushaltsantrag abgelehnt, der die benötigten Finanzmittel für den Neubau und die Sanierung des Bernlochner Areals in den kommenden Jahren 2021 bis 2024 beschlossen hätte:
Für den Antrag gestimmt haben:
Patricia Steinberger, Anja König, Maria Haucke, Gerd Steinberger, Robert Gewies, Willi Hess, Manfred Hölzlein, Helmut Radlmeier, Ludwig Zellner, Hedwig Borgmann, Stefan Gruber, Sigi Hagl, Regine Keyßner, Dr. Thomas Keyßner, Prof. Dr. Frank Palme, Raziye Sarioglu, Dr. Maria Fick, Prof. Dr. Küffner, Hans-Peter Summer, Tilmann v. Kuepach, Claudia Zehentbauer
Gegen den Antrag gestimmt haben:
Alexander Putz, Dr. Maximilian Fendl, Anke Humpeneder-Graf, Dr. Dagmar Kaindl, Ingeborg Pongratz, Lothar Reichwein, Gertraud Rößl, Rudolf Schnur, Philipp Wetzstein, Ludwig Graf, Robert Mader, Klaus Pauli, Erwin Schneck, Jutta Widmann, Bernd Friedrich, Karina Habereder, Dr. Thomas Haslinger, Christine Ackermann, Norbert Hoffmann, Elke März-Granda, Margit Napf, Robert Neuhauser